Tiere & Natur Umweltverschmutzung: Blaue Hunde bei Mumbai gesichtet

Tierschützer sehen Verantwortung bei Waschmittelhersteller

Björn Vahle

Navi Mumbai. Tierschützer in Indien haben am Kasadi River bei Mumbai streunende Hunde mit blauem Fell entdeckt. Der Fluss ist seit Jahren für seinen Grad an Verschmutzung durch Industrieabfälle berüchtigt. Die Blaufärbung der Hunde soll durch eine Waschmittelfabrik verursacht worden sein. Der Fluss, an dem beinahe 1.000 Fabriken für chemische, pharmazeutische, Nahrungsmittel- und Maschinenbauprodukte liegen, weist unter anderem einen extrem hohen biochemischen Sauerstoffbedarf auf. Dieser gibt die Menge an Sauerstoff an, die zum Abbau von organischen Stoffen im Wasser nötig ist. Je höher der Wert, desto schlechter die Wasserqualität. Im Kasadi River liegt der Wert bei 80 Milligramm pro Liter. Ab etwa 3 Milligramm ist das Wasser für Menschen ungenießbar, ab 6 Milligramm können Fische bereits an Sauerstoffmangel sterben. Laut Hindustan Times überschreitet der Wert an Industrieabwässern im Fluss das zugelassene Limit um das 13-fache. Unklar, ob auch andere Tiere betroffen sind Wie die Hindustan Times und die BBC berichten, soll eine Waschmittelfirma, die Färbemittel für ihre Produkte verwendet, diese in den Fluss geleitet haben. Die streunenden Hunde, die von den Betreibern eines Tierheims fotografiert worden waren, suchen in dem Fluss häufig nach Nahrung und sollen so an die Blaufärbung gekommen sein. Bilder der Betreiberin des Tierheims in Navi Mumbai zeigen einen von fünf Hunden, die bisher gesichtet wurden: Das regionale Kontrollbehörde für Umweltverschmutzung hat dem Betreiber der Waschmittelfabrik nun eine einwöchige Frist eingeräumt, um die Ableitung von Färbemitteln zu beenden. Es soll außerdem sichergestellt werden, dass Hunde nicht mehr auf das Fabrikgelände gelangen können, wo sie sich offenbar die Färbung einhandelten. Die Tierheimbetreiberin Arati Chauhan ist skeptisch. Der Hindustan Times sagte sie, bisher seien nur blaue Hunde gesehen worden. Es sei unklar, ob auch Vögel oder Reptilien betroffen oder bereits gestorben seien, weil das Färbemittel auch in die Luft gelangt sein könnte.

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