Im Kölner Zoo sind zwei neue Moschusochsen geboren worden, eine inzwischen selten Art. - © Werner Scheurer/Zoologischer Garten Köln
Im Kölner Zoo sind zwei neue Moschusochsen geboren worden, eine inzwischen selten Art. | © Werner Scheurer/Zoologischer Garten Köln

Köln Och, wie putzig: Zwei seltene Moschus-Ochsen im Kölner Zoo geboren

Vater ist der sechsjährige Bulle Rocco

Köln. Rocco ist in diesen Tagen ein ziemlich stolzer Bulle, denn der kräftige Typ mit dem dichten Fell hat im Kölner Zoo gleich zwei Moschuskühe zu Müttern gemacht: Am 30. April kam das Weibchen Lotte zur Welt, als siebtes Kalb von Mama Lily. Wenige Tage später, am 4. Mai, war auch Lyas kleiner Samson da. Rocco, mit sechs Jahres im besten Bullenalter, kommt ursprünglich aus dem Skanes Djurpark in Südschweden. Bereits in den vergangenen Jahren hat der Kölner Zoo erfolgreich mit ihm gezüchtet. Nun hat Rocco die Erwartungen des Zoos erneut erfüllt. Moschusochsen sind Paarhufer und gehören zur Unterfamilie der Ziegenartigen – auch wenn man sie dem Aussehen und dem Namen nach gerne für kleine Rinder hält. Der namensgebende Moschusgeruch lässt sich lediglich in der Brunstzeit im Hochsommer wahrnehmen, wenn die Bullen mit dem Urin eine nach Moschus riechende Substanz ausscheiden. Das ist die Zeit, zu der sie im natürlichen Lebensraum, den niederschlagsarmen Tundren der Arktis, ihre beeindruckenden Kämpfe um die in Herden lebenden kleineren Weibchen austragen. Widersacher galoppieren frontal aufeinander Dabei galoppieren die Männchen frontal aufeinander zu und prallen mit der Stirnpartie heftig zusammen. Die Widersacher stechen einander außerdem in die Seiten, womit sie sich gelegentlich sogar tödlich verletzen. Verlierer verlassen in der Regel die Herde und leben einzelgängerisch oder schließen sich mit anderen männlichen Tieren zusammen. Um den arktischen Winter zu überstehen, müssen Moschusochsen während des kurzen Sommers eine ausreichende Fettschicht anlegen. Ihre Nahrung besteht dann aus nährstoffreichen Kräutern, den Blättern der Zwergweiden und jungen Gräsern. Im Winter suchen sie Gebiete mit geringer Schneedecke auf, unter der sie das verbliebene Gras hervorkratzen können. Ist der Boden vereist, weil zu Beginn des Winters der Niederschlag als Regen gefallen ist, ist dieses Winterfutter nicht mehr verfügbar und die Überlebenschancen der Tiere sind deutlich reduziert. Das dichte lange Fell mit der sehr feinen Unterwolle reduziert Wärmeverluste unter kalten und trockenen Bedingungen sehr wirkungsvoll. Allerdings schützt es nicht gegen Nässe. Die Herde der Moschusochsen in Köln besteht derzeit aus fünf Tieren: zwei Weibchen, einem Männchen und den zwei Jungtieren. Neben dem Kölner Zoo halten in Deutschland nur der Tierpark Berlin und der Krefelder Zoo Moschusochsen. In Köln leben seit 1991 Moschusochsen. Inzwischen sind im Kölner Zoo 23 Kälber zur Welt gekommen. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für den Grönland-Moschusochsen umfasst momentan nur 50 Tiere in 18 Haltungen.

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