Mendel kreuzte verschiedene Erbsenpflanzen miteinander und entdeckte so die drei Mendel'schen Vererbungsregeln. - © DPA
Mendel kreuzte verschiedene Erbsenpflanzen miteinander und entdeckte so die drei Mendel'schen Vererbungsregeln. | © DPA

Biologie Vor 150 Jahren veröffentlichte Mendel seine Regeln

Wie Erbsen die Wissenschaft revolutionierten

Christian Geisler
Talin Dilsizyan

Bielefeld. Wie kann es sein, dass man selbst blond ist, Vater und Mutter aber braune Haare haben? Wer in der Schule bei den Mendel'schen Regeln aufgepasst hat, weiß, dass dies nicht mit einem verschwiegenen Besuch eines Postboten zu tun haben muss. Vor 150 Jahren hat Gregor Mendel den Grundstein für die heutige Genforschung gelegt. Gregor Mendel hat seine Regeln dazu, wie bestimmte Merkmale vererbt werden, nicht anhand des Menschen aufgestellt. Der Augustinermönch und Naturforscher hat sich im Klostergarten in Brünn im heutigen Tschechien vielmehr mit der Erbse beschäftigt. Folgenschwer für Generationen von Schülern, die noch heute auf Aufgaben wie diese stoßen: Bei einer Vaterschaftsbestimmung ist das Blut der Mutter A (reinerbig) und das Blut des Kindes AB bekannt. Welche zwei Blutgruppen könnte der Vater gemäß der Mendelschen Regeln haben? Bei Kreuzungsversuchen von 34 verschiedenen Sorten erkannte Mendel, dass Erbsen - und das ist auch bei Menschen so - exakt zwei Kopien jedes Erbmerkmals haben. Eine Kopie stammt von der Mutter-, die andere von der Vaterpflanze. Beide zusammen bestimmen das Aussehen. Wenn sich eine Kopie dominant verhält, sehen die Tochterpflanzen aus wie der Elternteil, der diese Kopie beigesteuert hat. Andere, sogenannte rezessive Genkopien können sich im Zusammenspiel mit der dominanten Kopie nicht durchsetzen. Sie können aber in späteren Generationen wieder zum Zuge kommen. Seine Beobachtungen veröffentlichte Mendel 1866 als "Versuche über Pflanzen-Hybriden". Die Untersuchungsergebnisse sind die bis heute gültigen Mendel'schen Gesetze oder Mendel'schen Regeln. Sie ermöglichen etwa auch die Analyse von Familienstammbäumen. In Berlin würdigt der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) am 10. November die Forschung Mendels. Erst dank der Erkenntnisse Mendels habe man gewissermaßen die inneren Werte von Pflanzen erkannt und systematisch vorgehen können, um gewünschte Zuchtergebnisse zu erzielen. Dass er einmal eine solche Bedeutung haben würde, war zu Lebzeiten allerdings nicht klar. Erst 16 Jahre nach seinem Tod stoßen drei Botaniker gleichzeitig wieder auf die bahnbrechenden Erkenntnisse und verhelfen Mendel zu seinem Ruhm. Mit Informationen der dpa

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