ARCHIV - Ein Landwirt hält am 15.06.2016 nahe Holdenstedt im Kreis Uelzen (Niedersachsen) frisch geerntete Frühkartoffeln der Sorte Annabelle in den Händen. - © dpa
ARCHIV - Ein Landwirt hält am 15.06.2016 nahe Holdenstedt im Kreis Uelzen (Niedersachsen) frisch geerntete Frühkartoffeln der Sorte Annabelle in den Händen. | © dpa

Tiere & Natur Erdloch als Lager für Äpfel und Kartoffeln

Obst und Gemüse können einfach in der Erde eingegraben und gelagert werden

Kein Platz im Keller oder in der Küche für das selbst angebaute Gemüse und Obst? Gerade über den Herbst und Winter lassen sich viele Früchte wie Birnen und Äpfel noch lange lagern, aber auch Kartoffeln, Möhren, Sellerie und Kohl. Einen Platz finden diese im Garten, in der sogenannten Erdmiete oder im Erdkeller – eine sehr alte, traditionelle Form der Lagerung. Ein Loch im Garten 
Im Grunde handelt es sich um ein Loch im Boden. Eine Drainageschicht Sand schützt die Früchte vor der Nässe der Erde und ein Maschendraht vor hungrigen Nagetieren. Obenauf kommt ein Brett, erklären die Experten der Gartenakademie Rheinland-Pfalz. Der Standort des Lochs sollte an einem geschützten, trockenen, schattigen Platz liegen, etwa an der Nordseite eines Gebäudes. Dort rund 30 bis 40 Zentimeter tief und 150 Zentimeter breit Boden ausheben. Fünf Zentimeter hoch Sand einfüllen, darüber das Drahtgitter gegen Mäuse legen. Ein Brett mit Stroh 
Ist das Gemüse und Obst in der Grube, kommt das Brett obendrauf, wobei an den Rändern etwas Stroh darunter eingeschoben und eingeklemmt wird. Diese Schicht sorgt für Luftaustausch. Über dem Brett folgt dann noch mehr Stroh als isolierende Schicht. Alternativ taugt auch Laub. Darüber kommt etwas Erde. Entnommen wird die Ernte nur an frostfreien Tagen, und danach wird das Lager wieder verschlossen. Die Alternative für kleinere Lagermengen ist ein Eimer aus Kunststoff oder ein Baukübel mit Deckel, der einfach eingegraben wird. Auch hier ist es wichtig, dass Luftaustausch stattfinden kann – daher ein Loch in das Gefäß bohren und ein gekrümmtes Rohr oder einen Schlauch hineinstecken. Über dem Deckel sollte ebenfalls etwas Isolierendes liegen, zum Beispiel Luftpolsterfolie oder Styropor. In diesem Sonderfall hat die Ernte keinen Kontakt zur Erde. Daher raten die Experten hier, nicht komplett trockenen Sand zu nutzen. 

Alter Topf 
Im Notfall tut es übrigens auch ein alter großer Topf. Hierfür werden unterhalb des Randes in etwa zehn Zentimeter Abstand kleine Löcher gebohrt, damit die Belüftung stimmt. Dann Deckel drauf – mit Stroh abpolstern und genau so verfahren wie mit dem Eimer. So bleibt den Winter über alles frisch.

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