In Parkanlagen gilt die Anleinpflicht. - © dpa
In Parkanlagen gilt die Anleinpflicht. | © dpa

OWL Hundewiesen: Wo Hunde frei laufen können und was beachtet werden muss

Ein Überblick über die gesetzlichen Grundlagen - und die Freilaufflächen in der Region

Julia Gesemann

Bielefeld. Mit Artgenossen herumtollen, sich beschnuppern, spielen, Rangordnungen klären - das können Hunde am besten, wenn sie nicht an der Leine laufen dürfen. Dafür sind Freilaufflächen da. Wir fassen hier zusammen, wo sie in OWL zu finden sind, welche Verhaltensregeln dort gelten und wie die Leinenpflicht in NRW gesetzlich geregelt ist. Und in welcher Form ein Hundebesitzer eigentlich für sein Tier haftet. Aktuell ist das eine Frage, die auch in dem Fall des tödlich verunglückten Radfahrers beantwortet werden muss. Der 90-Jährige musste wie berichtet Ende September an der Hundefreilauffläche in der Parkanlage An der Stiftsmühle in Bielefeld auf einem Schotterweg im Park zwei spielenden Hunden ausweichen und stürzte. Dabei zog er sich massive Hirnblutungen zu. Zwei Tage später mussten die Ärzte den Tod des Bielefelders vermelden. Die Polizei ermittelt nun gegen die Halter der Hunde wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Hundewiese ist nicht eingezäunt. Nach dem Unfall soll die Wiese nun aber eine kniehohe Hecke bekommen. Bänke sollen versetzt, neue Warnschilder aufgestellt werden. Welche Hundewiesen gibt es in OWL? Einen Überblick über die Hundewiesen (rot) und die alternativen Freilaufflächen Flächen (blau) finden Sie in unserer Karte. Fehlt ein bestimmtes Areal? Dann schreiben Sie einfach einen Kommentar unter diesen Artikel oder schicken Sie uns eine Mail an digitalredaktion@nw.de, Betreff "Hundewiesen OWL". Nennen Sie uns bitte möglichst genau die Adresse oder die Lage der Fläche. Benutzungsregeln Die Benutzung der Hundefreilaufflächen erfolgt auf eigenes Risiko. Die Hunde müssen von ihren Besitzern auch beim Auslauf beaufsichtigt werden. Die Tiere müssen auf Zuruf reagieren und dürfen den abgegrenzten Bereich nicht ohne Aufsicht verlassen. Allerdings gibt es wie im Fall der Bielefelder Fläche An der Stiftsmühle nicht immer begrenzende Zäune oder Hecken. Besitzer müssen also besonders vorsichtig sein. Übergriffe des Hundes sind zu verhindern, Hundehaufen müssen entfernt werden. Entsteht durch einen Hund ein Sach- oder ein Personenschaden, muss der Besitzer diesen ausgleichen. Haftung Der Hundehalter ist verpflichtet, einen Schaden, der einer dritten Person durch den Hund entstanden ist, zu ersetzen. Das ist vom Gesetzgeber in Paragraph 833 BGB geregelt. Das heißt im konkreten Fall, dass der Hundehalter unabhängig von seinem Verschulden für alle von seinem Hund beziehungsweise auch von ihm mit verursachten Schäden haftet. Eine Haftpflichtversicherung für Hunde deckt solche Schäden ab und stellt den Hundehalter von der Zahlung frei. Außerdem wehrt sie Schadenersatzforderungen juristisch ab, wenn diese nicht berechtigt sind. Letztlich schützt die Hundeversicherung den Hundehalter also vor wirtschaftlichen Schäden durch Geldbußen oder zivile Schadenersatzansprüche. So eine Haftpflichtversicherung für Hunde ist in fast allen Bundesländern gesetzlich vorgeschrieben. In NRW müssen laut Landeshundegesetz nur Hunde mit einem Gewicht von mehr als 20 Kilogramm oder mit einer Größe von mehr als 40 Zentimetern sowie gefährliche Hunde im Sinne des Gesetzes versichert sein. Wie ist die Leinenpflicht gesetzlich geregelt: das Landeshundegesetz NRW Laut Landeshundegesetz NRW sind Hunde an einer geeigneten Leine zu führen in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr, in der Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen einschließlich Kinderspielplätzen mit Ausnahme besonders ausgewiesener Hundeauslaufbereiche, bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten. Laut Landesforstgesetz NRW müssen Hunde im Wald außerhalb der Wege angeleint sein. Solange sie sich auf den Wegen befinden, dürfen sie allerdings frei laufen (Paragraph 2). Mit Ausnahme bestimmter Rassen könnten Hunde in der so genannten freien Landschaft ohne Leine laufen - in Sicht- und Rufweite der Aufsichtsperson. Nur in Naturschutzgebieten bestehe Leinenzwang. Hunde dürfen sich also nur in bestimmten Bereichen sowie in definierten Bereichen frei bewegen. Bei Nichtbeachten kann ein Bußgeld fällig werden.

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