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Lust und Frust

Teil 8 der Serie „Rollentausch": Manchmal wünscht sich der glückliche Single eine Beziehung und andersherum wünscht sich der glücklich Liierte seine Freiheit zurück.

Karoline Langenkämper

Es sind oft die kleinen Alltagsmomente, in denen uns bewusst wird, dass uns etwas im Leben fehlt. Diese Momente erlebt man nicht nur als Single, sondern auch als jemand, der eine Beziehung führt. Seltsamerweise sind die Situationen, in denen sich der Single eine Beziehung wünscht und der Liierte gerne solo wäre, nahezu identisch. In der heutigen Folge widmen wir uns den Mythen rund um die schönste Nebensache der Welt. Der Single Natürlich könnte der Single ständig Sex haben. Er ist frei und ungebunden. Somit könnte er, wann immer er will, in die nächste Bar oder den nächsten Club gehen, dort tanzen, lachen, flirten und sich irgendjemanden aufreißen. Die Betonung liegt auf „könnte". Denn in der Realität will keiner der Freunde, die natürlich schon in festen Händen sind, mit zur Party kommen um bis in die Puppen zu feiern. In der Realität wird der Single zu Kindergeburtstagen und Dinner-Abenden eingeladen. Die Singlequote geht bei solchen Anlässen dann gegen null – abgesehen vom Single selbst versteht sich. Aber selbst wenn der Single sich ein Herz fasst und allein in den nächsten Club marschiert, dort tanz, lacht, flirtet und wirklich jemanden findet, den er für die Nacht mit nach Hause nimmt, ist und bleibt es doch so: ein One-Night-Stand ist wie ein Lotterielos. Die Chancen auf den Hauptgewinn stehen 1 zu x Millionen und in der Lostrommel sind definitiv mehr Nieten als Trostpreise. Der Liierte Natürlich könnte der Liierte ständig Sex haben. Er hat schließlich einen Partner, mit dem er sich jede Nacht das Bett teilt. Und diesen Partner findet er anziehend, naja meistens, oder zumindest vor einigen Jahren mal. Das Feuer der Leidenschaft wurde jedenfalls irgendwann mal zwischen den beiden entfacht. Aber irgendwie züngeln die Flammen schon lange nicht mehr so enthusiastisch. Dabei hat der Liierte schon noch Lust auf Sex – nur nicht immer mit dem eigenen Partner. Oder der Partner hat in diesen Momenten keine Lust auf ihn. Ein bisschen Abwechslung könnte da also schon schön sein. Doch am Ende ist es doch so: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt und manchmal muss man sich dann mit dem zufrieden geben, was eben da ist. Das war als Single schließlich auch nicht anders.

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