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Geteiltes Leid gleich halbes Leid?

Karoline Langenkämper

Teil 5 der Serie „Rollentausch": Manchmal wünscht sich der glückliche Single eine Beziehung und andersherum wünscht sich der glücklich Liierte seine Freiheit zurück. In der heutigen Folge geht es um das bisschen Haushalt, von dem schon Johanna von Koczian wusste, dass es sich eben nicht von allein macht. Der Single Ein Single-Haushalt ist vor allem eines: sehr individuell. Anhand der Wohnung lässt sich sehr gut ablesen, wie der Single tickt, welche Vorlieben er hat, was ihm wichtig ist, aber auch welche Fähigkeiten er in Haushaltsfragen besitzt. Denn ein Haushalt will gepflegt werden und die To-Do-Liste, die dies umfasst ist im Grunde nicht geringer, als bei Paaren. Und das findet der Single von Zeit zu Zeit unfair. Wäsche waschen, Bügeln, Abwaschen, Staubsaugen, den tropfenden Wasserhahn reparieren, Pfandflaschen wegbringen, Steuererklärung machen und und und. Und während der Single sich auf YouTube anschaut, wie man ein Hemd faltenfrei bügelt, stellt er sich sehnsüchtig die Frage: Wäre es da nicht schön jemanden zu haben, mit dem man sich all diese Alltagsaufgaben teilen könnte? Der Liierte Zwei Menschen wagen das Abenteuer Beziehung und gründen einen gemeinsamen Haushalt. Ja, der Haushalt wird dann etwas größer und zwei Menschen produzieren logischerweise mehr dreckige Wäsche als einer, aber das verursacht im Grunde doch nicht mehr Arbeit, oder? Die Antwort lautet wohl „Jein". Denn es stimmt, dass die normalen Haushaltsaufgaben nun nach Begabung, Körperkraft oder einfach 50-50 aufgeteilt werden. Aber es schleichen sich auch kleine neue Aufgaben dazu, die man vorher so nicht kannte. Z.B. Bartstoppeln, oder Make-Up-Reste im Waschbecken. Dazu eingetrocknete Kaffeetassen in allen Räumen des Hauses und eine Skulptur aus getragener Wäsche im Schlafzimmer. Und während der Liierte noch überlegt, ob die Wäscheskulptur vielleicht Teil eines Kunstprojekts sein soll, stellt er sich wehmütig die Frage: Wäre es nicht schön, sich wieder nur um seinen eigenen Kram kümmern zu müssen?

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