Alleine und dafür ungestört schlafen oder zu zweit und dabei kuscheln können? Alles hat seine Vor- und Nachteile. - © Pexels CC0
Alleine und dafür ungestört schlafen oder zu zweit und dabei kuscheln können? Alles hat seine Vor- und Nachteile. | © Pexels CC0

Bettgeschichten

Teil 1 der Serie „Rollentausch“: Manchmal wünscht sich der glückliche Single eine Beziehung und andersherum wünscht sich der glücklich Liierte seine Freiheit zurück

Karoline Langenkämper

Es sind oft die kleinen Alltagsmomente, in denen uns bewusst wird, dass uns etwas im Leben fehlt. Diese Momente erlebt man nicht nur als Single, sondern auch als jemand, der eine Beziehung führt. Seltsamerweise sind die Situationen, in denen sich der Single eine Beziehung wünscht und der Liierte gerne solo wäre, nahezu identisch. Das heutige Beispiel der Serie „Rollentausch" dreht sich um einen heiligen Ort: das Bett. Der Single: kalte Füße Der Schlaf ist dem Single heilig. Daher verwundert es auch nicht, dass sein Bett aussieht, als könne er sein komplettes Leben darin verbringen. Bücher, Tablet, Taschentücher, unterschiedliche Ladegeräte für die verschiedenen Elektrogeräte – alles befindet sich in greifbarer Nähe. Obwohl er alleine schläft, hat er trotzdem zwei Bettdecken und auch zwei Kissen – falls es mal zu kalt wird, oder beim Lesen eine zusätzliche Stütze im Rücken benötigt wird. Trotzdem hat er manchmal kalte Füße. Genau dann wünscht er sich, da wäre jemand neben ihm, an den er sich ankuscheln könnte. Und es wäre toll, wenn ihm dieser jemand das snacken im Bett verbieten würde. Zum Einschlafen versucht er dann eine Position zu finden, in der ihn möglichst wenig der eine Millionen Kekskrümel pieken. Der Liierte: getrennte Schlafzimmer Er hat es sich gerade so richtig schön unter der Bettdecke gemütlich gemacht und ist voller Vorfreude auf sein neues Buch. Da stupst ihn jemand von links an und fragt "Liest du noch lange?”. Er hat ja noch nicht mal richtig angefangen. Trotzdem erwidert er "Nur ein bisschen noch.” und hofft dabei insgeheim, dass sein Bettgenosse einfach bald einschläft. Als es fünf Minuten später soweit ist, bereut er diesen Wunsch sofort. Es beginnt mit schwerem Atmen, das sich zu einem ausgewachsenen Grunzen und Sägen entwickelt. Also Ohrstöpsel rein und weiterlesen. Als sich dann aber noch wie aus dem Nichts ein Ellenbogen in seine Hüfte gräbt, legt er resigniert das Buch weg und bringt sich am Rand der Matratze in Sicherheit. Zum Einschlafen rechnet er durch, wie viel es wohl kosten würde, das Arbeitszimmer in ein zweites Schlafzimmer umzufunktionieren.

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