Ed Sheeran. - © picture alliance / empics
Ed Sheeran. | © picture alliance / empics

Musik Entscheidung vertagt: Wie es mit Ed Sheeran in Düsseldorf weitergeht

Am 27. Juni entscheidet sich, ob es eine Baugenehmigung für das Konzertgelände gibt. Ohne sie wird es eng

Björn Vahle

Düsseldorf. Das Konzert von Popmusiker Ed Sheeran am 22. Juli in Düsseldorf steht kurz vor der Absage. Zehntausende Fans bangen um den Auftritt, für den vor der entscheidenden Sitzung im Planungsausschuss keine Mehrheit mehr bestand. Nun soll sogar erst am 27. Juni entschieden werden. Gibt es noch Hoffnung? Und was passiert bei einer Absage mit den Tickets? Fragen und Antworten. Warum überhaupt die Diskussionen? Ed Sheeran sollte nach den bisherigen Plänen am 22. Juli in Düsseldorf vor 85.000 Zuschauern auftreten. Zwar sind die Tickets längst verkauft, doch lag bis zuletzt keine Genehmigung für das Gelände vor. Das geplante Grundstück für das große Open-Air-Konzert war davor sogar noch der Flughafen Essen/Mülheim gewesen. Weil dort die Feldlerche nistet, ist es auf ein Areal in Düsseldorf verlegt worden, das sonst ein Parkplatz für Messebesucher ist. Doch hier machten Ratsvertreter der CDU nun Sicherheitsbedenken geltend. Es seien noch zu viele Fragen unbeantwortet. Der Sprecher des Oberbürgermeisters nennt das gegenüber nw.de "schiere Parteipolitik", die CDU hätte längst Einblick in die Gutachten nehmen können. Sie seien nicht unter Zeitdruck erstellt worden und sprechen sich für die Genehmigung der Veranstaltung aus. Das betonte auch der Veranstalter FKP Scorpio. Die Grünen bemängelten außerdem, das 104 Bäume gefällt werden müssten. Eine Baugenehmigung für Tribünen liegt noch nicht vor, mittlerweile plant wohl eine Mehrheit im zuständigen Planungsausschuss, die Genehmigung abzulehnen. Oberbürgermeister Thomas Geisel wirbt seit Monaten dafür, sie zu erteilen. Düsseldorf habe Erfahrung in der Ausrichtung solcher Großveranstaltungen. Feuerwehr und Polizei sagen, das Konzert sei machbar. Wann wird entschieden? Am Mittwoch, 13. Juni, sollten alle Entscheidungsgremien zu einer Sondersitzung zusammen kommen, um über die Baugenehmigung zu entscheiden. Am Dienstag zog dann die Planungsdezernentin ihre Vorlage für die Sitzung zurück, es gebe Redebedarf. Die Entscheidung wurde vertagt. Am 27. Juni soll nun endgültig entschieden werden. Hintergrund ist wohl, dass das Verfahren noch transparenter werden soll. Die Baugenehmigung wird ausformuliert und allen Entscheidungsträgern und Parteien vorgelegt. Darin enthalten: Auflagen, die der Veranstalter erfüllen muss. Am Inhalt wird sich wohl nichts ändern, die Bäume müssen weiterhin gefällt werden. Legt man die bisherigen Gutachten der Fachstellen zugrunde, dürfte FKP Scorpio die Auflagen erfüllen können. Gibt es dennoch keine Baugenehmigung, kann das Konzert nicht stattfinden. Spätestens bis zum 29. Juni muss sie vorliegen, damit das Gelände rechtzeitig vorbereitet werden kann. Und wenn das Konzert nicht genehmigt wird? Veranstalter FKP Scorpio wollte vor der Sitzung keine Aussagen zu einer möglichen Ticketrücknahme oder Entschädigung der Konzertgänger machen. Ein Sprecher betonte, es sei in der Firmengeschichte noch nicht vorgekommen, "dass sich alle Beteiligten nicht auf eine Durchführung einigen konnten". Infos sind also erst nach Ende der Sitzung zu erwarten. Wenn jetzt keine große Überraschung mehr passiert und das Konzert wirklich ins Wasser fällt, kämen auf Veranstalter FKP Scorpio aus Hamburg rund fünf Millionen Euro Verlust zu.

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