Der Krimi "Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" spielt in den Pyrenäen.  - © picture alliance / Arco Images GmbH
Der Krimi "Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" spielt in den Pyrenäen.  | © picture alliance / Arco Images GmbH

Literatur Packender Krimi: Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen

Spanischer Autor legt spannendes Romandebüt vor

Angela Wiese

Bielefeld. Fans von Kriminalliteratur haben es nicht immer leicht. Es gibt zwar massenweise Krimis. Doch die Qualität der einzelnen Werke ist oft gerade einmal durchschnittlich. "Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" ist im Wust der Kriminalliteratur ein Lichtblick. In einem kleinen Dorf in den Pyrenäen verschwinden zwei elfjährige Mädchen. Zu Beginn des Buches liegt das Verschwinden schon fünf Jahre zurück. Als plötzlich eines der vermissten Kinder nach einem Unfall bewusstlos in einem Auto entdeckt wird, rollt die Polizei den alten Fall mit neuen Ermittlern wieder auf. Lebt das zweite vermisste Mädchen noch? Gibt es einen Täter, war es jemand aus dem Dorf oder ein Fremder? Ein Krimi voller Wendungen 496 Seiten lang suchen die Kommissare nach der Lösung in dem mysteriösen Vermisstenfall und werden dabei durch Verdächtigungen, eine verschlossene Dorfgemeinschaft und einige Schockmomente immer wieder ausgebremst. Leser sollten sich vom etwas gewöhnlich klingenden Titel dieses Buches nicht abschrecken lassen. Agustín Martínez' hat mit "Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" einen starken Kriminalroman abgeliefert, der bis zur letzten Seite spannend bleibt. Die Geschichte steckt voller unerwarteter, manchmal tödlicher Wendungen. Rätseln um die Lösung des Falls Dazu kommen die vielen Charaktere, die die Geschichte ausmachen und den Leser einladen, immer wieder neu über die Lösung des Falls zu spekulieren. Denn irgendwie scheint das Verschwinden der Mädchen mit der kleinen, verschworenen Dorfgemeinschaft und ihren charakteristischen Typen zusammenzuhängen. Einmal mit dem Lesen angefangen, will der Leser auch wissen, wie genau. Was sollte ein guter Krimi können? Unterhalten, möglichst mit einer guten Story, die von interessanten Charakteren getragen wird. In diesem Kriminalroman ist das gelungen. Die Geschichte um die zwei vermissten Kinder ist der erste Roman von Agustín Martínez, der sich in Spanien bislang vor allem als Drehbuchautor einen Namen gemacht hat. Bleibt zu hoffen, dass "Monteperdido - Das Dorf der verschwundenen Mädchen" nicht sein letzter Kriminalroman bleibt.

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