eBooks sind eine Alternative zu Büchern. Mit der App "readfy" können nun mehr als 70.000 eBooks auf dem Smartphone gelesen werden. - © picture alliance / Ulrich Baumgarten
eBooks sind eine Alternative zu Büchern. Mit der App "readfy" können nun mehr als 70.000 eBooks auf dem Smartphone gelesen werden. | © picture alliance / Ulrich Baumgarten

Games & Netzwelt App der Woche: Leser erhalten bei "readfy" 70.000 kostenlose eBooks

Dafür muss man Werbeeinblendungen in Kauf nehmen

Julia Gesemann

Leseratten brauchen Nahrung. Ohne geht es nicht. Ich persönlich habe immer ein Buch in der Tasche. Für kurze Wartezeiten, in denen andere auf ihr Smartphone schauen. Für unterwegs. Für überhaupt. Für all diejenigen, denen es ähnlich geht, die aber Buch oder eBook-Reader nicht mitschleppen wollen: Es gibt eine Lösung. Die kostenlose App "readfy" ermöglicht es allen Bücherwürmern, kostenlos (!) mehr als 70.000 eBooks zu lesen. Wie das geht? Nach dem Modell des Musik-Streaming-Dienstes Spotify. Mit Werbebannern und Werbevideos, die beim Lesen immer mal wieder eingespielt wird. Die Einnahmen teilt das deutsche Start-up mit den Autoren und den Verlagen. Los geht's Damit Sie die App nach dem Download nutzen können, müssen Sie sich zunächst registrieren. Das geht wahlweise schnell mit dem Facebook-Login oder der eigenen E-Mail-Adresse. Schon landen Sie direkt auf der Startseite der App, die einen Überblick über die neuen eBooks gibt, über den eigenen persönlichen Leseverlauf und die meistgelesenen Bücher der App. Der inhaltliche Test: Kostenlose eBooks? Wenn ich das lese, gehe ich erst einmal automatisch davon aus, dass die App sogenannte "gemeinfreie" Bücher anbietet. Also Bücher von Autoren, die schon vor längerer Zeit verstorben sind, deren Rechte in das Gemeingut übergegangen sind - und damit kostenfrei angeboten werden können. Und ich gehe davon aus, dass aktuelle Bücher fehlen. Die Macher selbst versprechen jedoch: "Dem ist nicht so - für alle eBooks in unserem Katalog müsste man bei anderen Anbietern zahlen." Also auf geht's ins Menü, auf der Suche nach möglichst aktuellen Büchern. Über das Menü können 24 verschiedene Genres wie "Belletristik und Literatur", "Biografien" und "Fantasy" aufgerufen werden. Und es gibt tatsächlich auch knapp 900 Kochbücher - von Rezepten für Detox-Smoothies bis hin zu einem Buch über die Japanische Küche ist alles dabei. Die meisten Bücher findet der Nutzer im Genre "Belletristik und Literatur" (knapp 11.000), dicht gefolgt vom Genre "Sachbücher" (knapp 9.000). Entweder scrollt der Nutzer sich also durch die Genre-Listen - oder er gibt oben im Suchfeld den gewünschten Titel oder Autoren ein. Beim Praxistest stellt sich ganz schnell heraus: Aktuelle Bestseller sind in der App nicht zu finden. "Selfies" von Jussi Adler-Olsen? Fehlanzeige. "Der Lärm der Zeit" von Julian Barnes? Nö. "Meine geniale Freundin" von Elena Ferrante? Auch nicht. Wer aber gewisse Abstriche hinsichtlich der Aktualität der Bucherscheinungen machen kann, für den ist die App eine gute Sache. Tolstois "Krieg und Frieden", Jane Austens "Stolz und Vorurteil", Emily Brontës "Sturmhöhe" - Klassiker wie diese gibt es auf jeden Fall kostenlos zu lesen. Die Harry-Potter-Reihe hingegen nicht. Dafür aber die Chroniken von Narnia. Was kann "readfy" technisch? Zuerst einmal: Die App ist übersichtlich aufgebaut und intuitiv zu bedienen. Nutzer können sich mit anderen Lesern austauschen und sich gegenseitig eBooks empfehlen. Sie können Lesezeichen erstellen. Für ein gutes Leseerlebnis können die Schriftgröße, der Zeilenabstand, die Hintergrundfarbe und die Helligkeit des Displays angepasst werden. Außerdem können Nutzer per Twitter und Facebook ihren Freunden und Followern mitteilen, was sie gerade lesen. Persönlich erstellte Leselisten können mit anderen Nutzern geteilt werden. Die Anwendung erfordert Android OS 4.0 oder höher und ist im Google Play Store erhältlich. Apple-User finden die App im itunes-App-Store. Fazit Es gibt viel zu lesen und zu entdecken in dieser kostenlosen App. Genau das Richtige für Leseratten, die zum Beispiel ihr Buch vergessen haben und unterwegs vom Lesehunger befallen werden. Das Smartphone ist ja in der Regel immer dabei - und die kostenlose Bibliothek nun auch. Insgesamt bietet "readfy" ein sehr vielseitiges und breites Angebot an aktuelleren (nicht aktuellen) und älteren Büchern an. Die Bücher können Sie ohne Einschränkungen und komplett lesen, ohne einen Cent zu zahlen. Dafür müssen Sie nur die Werbung in Kauf nehmen. In der Regel stört sie nicht. Nur vereinzelt reißen Werbefilme aus dem Lesefluss. Wer sich davon nicht stören lassen möchte, muss Premium-Kunde werden und am Ende doch bezahlen. Ohne In-App-Käufe kommt also auch "readfy" nicht aus. Möchte der Nutzer die Bücher wegen fehlender Internetverbindung offline lesen, muss er sie kostenpflichtig mieten. Zwei Beispiele: Leo Tolstois "Anna Karenina" steht 0,99 Euro 30 Tage lang offline und ohne Werbung zur Verfügung. Das aktuellere Buch "Crome - Warrior Lover 2" von Inka Loreen Minden aus dem Jahr 2013 kann für 3,99 Euro gekauft oder für 1,99 Euro für 30 Tage gemietet werden.

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