Liebe auf den ersten Blick: Mikael Lindnord teilte ein Hackfleischbällchen mit dem Streuner – Arthur folgte ihm daraufhin durch die Wildnis. - © Krister Göransson/Edel Books
Liebe auf den ersten Blick: Mikael Lindnord teilte ein Hackfleischbällchen mit dem Streuner – Arthur folgte ihm daraufhin durch die Wildnis. | © Krister Göransson/Edel Books

Tiere & Natur Warum dieser Hund für ein Zuhause den Dschungel durchqueren musste

Buch von Mikael Lindnord über eine unglaubliche Reise

Annika Falk-Claußen

Selten wurde die Verbindung zwischen Mensch und Tier so eindrücklich beschrieben, wie es Mikael Lindnord in seinem Buch „Arthur, der Hund, der den Dschungel durchquerte, um ein Zuhause zu finden" gelingt. Der Schwede ist Kapitän des Adventure-Racing-Teams „Peak Performance" – drei Männer und eine Frau, die über mehrere Tage mit Fahrrad, Kajak und zu Fuß die Wildnis durchqueren, dabei sehr wenig schlafen und an ihre körperlichen und geistigen Grenzen gehen. Als sie im November 2014 bei der Weltmeisterschaft in sechs Tagen 700 Kilometer durch den Dschungel Ecuadors laufen und fahren, begegnet ihnen unterwegs ein Straßenhund, mit dem Lindnord „Kötbullar", schwedische Hackfleischbällchen, teilt. Von da an folgt der verwahrloste Hund dem Team. Auch als der Abschnitt per Kajak startet, bleibt der Vierbeiner nicht zurück, sondern springt wagemutig in die Fluten. Obwohl er nicht schwimmen kann. Der verdreckte Hund mit dem goldfarbenen Fell ist mutig und wirkt trotz seiner Ramponiertheit irgendwie königlich, so bekommt er von Mikael Lindnord den Namen Arthur verpasst. Zum Buch gibt es auch einen Trailer: Vor zwei Jahren verfolgten tausende Menschen in sozialen Netzwerken und durch zahlreiche Berichte internationaler Medien das Schicksal von Arthur, fieberten mit, ob das Team den Vierbeiner in Ecuador zurücklassen muss oder ob es gelingt, ihn nach Schweden zu fliegen. Jetzt hat sein neues Herrchen ein Buch über diese unglaubliche Reise geschrieben – und es ist wesentlich mehr als nur eine Tiergeschichte. Es geht auch um die spannende Vorbereitung auf eine der extremsten Sportarten, die Menschen betreiben. Detailliert beschreibt Mikael Lindnord seinen Weg zu diesem Sport, aber auch die Anstrengungen, die er sich mit seinem Team aussetzt, wie er seine Kameraden während des Rennens immer wieder motivieren muss, nicht aufzugeben, wenn sie mit der Höhe von 4.000 Metern hadern oder sich im ecuadorianischen Dschungel mal wieder verlaufen haben. Aus Spenden ist eine Stiftung entstanden Begleitet werden diese Erzählungen von den beeindruckenden Fotos von Krister Göransson, der das Rennen und die Freundschaft zwischen Arthur und Mikael von Anfang in Bildern festgehalten hat. Auch als Arthur im Krankenhaus in Quito behandelt wird, in seine neue Heimat geflogen wird, in Schweden lange Monate in der Quarantänestation ausharren muss und schließlich zu Mikael Lindnord, seiner Frau Helena und den kleinen Kindern Philippa und Thor ziehen darf. Die Geschichte hat viele Menschen berührt, die die Familie Lindnord bei ihrem Vorhaben auch finanziell unterstützt haben. Von dem Geld wurde prompt eine Stiftung gegründet, die Arthurs Namen trägt und die sich dafür einsetzt, Straßenhunden wie ihm in Ecuador zu helfen. Mikael Lindnord fasst seine Geschichte im Vorwort so zusammen: „Ich wollte mir nie einen Hund zulegen. Aber ich merke, dass etwas von Arthur in mir steckt. Arthur zu begegnen und ihn nach Hause zu bringen, ist das Beste, was mir je passiert ist."

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