Erdogan (2.v.r.) mit Ilkay Gündogan (l.), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r.) in London. - © AFP
Erdogan (2.v.r.) mit Ilkay Gündogan (l.), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r.) in London. | © AFP

Fußball Özil und Gündogan posieren mit Erdogan: So reagiert das Netz

Elena Ahler

Nach dem Treffen der Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hagelt es Kritik in den sozialen Netzwerken. Allen voran twitterte DFB-Präsident Reinhard Grindel sein Unverständnis: (1/2) Der #DFB respektiert und achtet selbstverständlich die besondere Situation unserer Spieler mit Migrationshintergrund. Aber der Fußball und der DFB stehen für Werte, die von Herrn Erdogan nicht hinreichend beachtet werden. — Reinhard Grindel (@DFB_Praesident) 14. Mai 2018 Die beiden Fußballer hätten sich für Erdogans Wahlkampf missbrauchen lassen, so Grindels Vorwurf. In der Türkei finden am 24. Juni vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. (2/2) Deshalb ist es nicht gut, dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. Der Integrationsarbeit des #DFB haben unsere beiden Spieler mit dieser Aktion sicher nicht geholfen. — Reinhard Grindel (@DFB_Praesident) 14. Mai 2018 Die FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg sprach von einem "Eigentor" der Fußballer: Ein Eigentor und Foulspiel gegenüber allen, die für mehr demokratisches FairPlay in der #Türkei kämpfen. #FreiheitUndMenschenrechteWeltweithttps://t.co/OYCJgch3D2 — Linda Teuteberg (@LindaTeuteberg) 14. Mai 2018 Ein Aspekt sorgte bei dem Treffen für besondere Brisanz. Die beiden Fußballer überreichten Erdogan signierte Trikots ihrer Vereine FC Arsenal und Manchester City. Auf Gündogans Trikot stand zudem "Für meinen verehrten Präsidenten - hochachtungsvoll". Der Auftritt erntete bei der Twitter-Gemeinde Empörung. Sie sehen die Vorbildfunktion der Fußball-Stars verletzt: Fußballer haben als öffentliche Personen Vorbildfunktion und können Einfluss auf junge Wähler nehmen! Einen fragwürdigen Demokratiestaat zu unterstützen ist fahrlässig! #sz#özil#gündogan#erdogan#türkei — Franziska_Ma (@franzi110892) 14. Mai 2018 Und auch dieser User äußert sich kritisch gegenüber der Aktion: Ich bin fassungslos! Immer ein Fan der beiden gewesen - und jetzt nennt #Gündogan den Sultan "seinen Präsidenten"... #Özil Treffen mit türkischem Präsidenten: Özil und Gündogan posieren mit Erdogan https://t.co/ySNwG2MwiL via @SPIEGELONLINE — GaryLewerenz (@gary_lewerenz) 14. Mai 2018 Das ist ziemlich daneben! Aber NICHT, weil sie dem TÜRKISCHEN Präsidenten huldigen, sondern weil sie einem Staatsmann huldigen, der jedes Menschenrecht mit Füßen tritt + jegliche Opposition terrorisiert.#Özil+#Gündogan mit Erdogan https://t.co/OdTVr7Q2yh via @SPIEGELONLINE — Carsten Schellhorn (@cschellhorn) 14. Mai 2018 Das Thema beschäftigt auch einige Satiriker. Darunter Jan Böhmermann: 🏆 ⚽️⚽️ wir sind wieder wer 🇩🇪🇩🇪 sommermärchen 🇩🇪 🇩🇪 AUF GEHTS DEUTSCHLAND ⚽️⚽️ 🏆 @DFB_Team@DFBpic.twitter.com/D8CRJRhgrV — Jan Böhmermann 🤨 (@janboehm) 14. Mai 2018 Rechtspopulisten forderten via Twitter den Rauswurf der beiden Fußballer aus der deutschen Nationalmannschaft. Mit Informationen der dpa.

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