Juso-Chef Kevin Kühnert. - © dpa
Juso-Chef Kevin Kühnert. | © dpa

LGBT Nach Coming-Out: Kevin Kühnert kontert Steinbach und Lanz

Der Juso-Chef hatte zuvor in einem Interview über seine Homosexualität gesprochen

Matthias Schwarzer

Berlin. Juso-Chef Kevin Kühnert hat im Szenemagazin "Siegessäule" erstmals über seine Homosexualität gesprochen - und muss sich nun mit den Reaktionen herumschlagen. Am Mittwoch reagierte der SPD-Politiker auf einen Tweet von Erika Steinbach. Seine Antwort zeigt: Auch 2018 ist es keineswegs überflüssig, LGBT-Themen in der Öffentlichkeit zu besprechen. Die Rechtspopulistin schrieb am Dienstagabend: "Warum um alles in der Welt, werden wir immer mit so Nebensächlichkeiten wie sexuelle Neigungen behelligt. Es interessiert mich nicht, wer mit wem schläft. Es sei denn, es geht um Kindesmißbrauch!" Kühnert antwortete lässig: "Warum? Damit Erika Steinbach sich ärgern kann. Und damit wir nochmal demonstriert bekommen, dass sie keinen Tweet im Kontext von Homosexualität absetzen kann, ohne dass auch das Wort 'Kindesmissbrauch' auftaucht. Deshalb. Immer wieder gerne." Warum? Damit Erika #Steinbach sich ärgern kann. Und damit wir nochmal demonstriert bekommen, dass sie keinen Tweet im Kontext von #Homosexualität absetzen kann, ohne dass auch das Wort "Kindesmissbrauch" auftaucht. Deshalb. Immer wieder gerne. https://t.co/pL8UZq3lYg — Kevin Kühnert (@KuehniKev) 7. März 2018 Die ehemalige CDU-Abgeordnete Steinbach ist bekannt für ihre provokanten Tweets, die oftmals Falschmeldungen beinhalten. Steinbach war im vergangenen Jahr wegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik aus der Partei ausgetreten. Über das Coming-Out von Kevin Kühnert hatten am Dienstag mehrere Medien berichtet. Kühnert hatte dem Magazin "Siegessäule" gesagt, der ehemalige Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit habe eine wichtige Rolle für ihn gespielt. Wowereits berühmter Satz "Ich bin schwul und das ist auch gut so", sei für ihn ein Meilenstein gewesen. "Er hat etwas gemacht, was ich vorbildhaft finde: in die Offensive gehen. Ich war elf, als er das gesagt hat. Aber es hat definitiv einen großen Platz im kollektiven Gedächtnis". Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung ist mittlerweile im Bundestag eine Seltenheit. Ein Thema ist das Coming-Out von Kühnert dennoch. Markus Lanz fragte den Juso-Chef am Dienstagabend in seiner Talkshow: „Ist es noch Thema für einen Spitzenpolitiker, dass seine sexuelle Ausrichtung irgendwann mal thematisiert werden muss?". Darauf Kühnert: „Offensichtlich ist es ein Thema, sonst würden wir gerade nicht drüber sprechen."

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