Für seinen Konter im Netz hat das Unternehmen viel Lob erhalten. - © Wolfgang Rudolf
Für seinen Konter im Netz hat das Unternehmen viel Lob erhalten. | © Wolfgang Rudolf

Bielefeld Nach dem Troll-Konter: Das sagt Dr. Oetker zu der Resonanz

Ein User hatte die Schoko-Pizza des Unternehmens beleidigt, dieses reagierte prompt mit einem Konter

Leandra Kubiak

Bielefeld. Ein Twitter-User beleidigt die Schoko-Pizza von Dr. Oetker, das Unternehmen kontert, Tausende reagieren darauf in den sozialen Netzwerken - einige fordern sogar witzelnd eine Beförderung des Mitarbeiters des Konzerns, der die schlagfertige, wenn auch etwas platte Antwort "Gierig gewesen und in den Finger gebissen?" abgegeben hat. Wer steckt hinter dem Tweet und warum hat sich Dr. Oetker auf den Troll eingelassen? Im Hause Oetker freut man sich verständlicherweise darüber, dass mit der Reaktion vom 9. Januar eine so positive Resonanz erzielt werden konnte. "Wir haben die Beleidigung gekonnt und charmant zurückgeworfen", findet Dr. Jörg Schillinger, Pressesprecher des Unternehmens. Abgegeben wurde die Antwort auf den beleidigenden Kommentar über den Account "Dr. Oetker Pizza Deutschland". Der Kanal sei "etwas lockerer" als beispielsweise der Hauptkanal des Konzerns, erklärt der Pressesprecher. Da sei so etwas schon möglich. Beleidigend oder diskriminierend dürfe es aber nicht werden. Und wer ist nun der Kopf hinter dem Tweet? Ein Kollege aus dem Digital-Marketing, der sich nicht näher dazu äußern will. Schade eigentlich. Hinter den Social-Media-Kanälen des Unternehmens stecke ein Digital-Team aus dem eigenen Haus, das situativ entscheide, auf welche Äußerungen es sich einlasse, und auf welche nicht, sagt Schillinger. Wie kommen solche Erfolge in den sozialen Netzwerken zustande? Dass der Tweet von Dr. Oetker so viele Reaktionen hervorgerufen hat, liegt wohl nicht zuletzt daran, dass er von ZDF-Moderatorin Dunja Hayali geteilt wurde. "Das war vermutlich einfach ein Glückstreffer, dass Hayali auf den Tweet gestoßen ist und ihn geteilt hat", sagt Fabian Müller, Marketing-Redakteur des Magazins "Horizont". Dafür ist heute xxl-pizzatag 👏🏽👏🏽👏🏽 📷: @SchiebeParas_pic.twitter.com/ilcm55kDOn — Dunja Hayali (@dunjahayali) 10. Januar 2018 Vorab zu kalkulieren, wie stark sich ein Tweet oder ein anderer Beitrag in den sozialen Netzwerken verbreite, sei kaum möglich, sagt Müller. Dafür seien die Verbreitungsmöglichkeiten einfach zu vielfältig. Um Reichweite zu erzielen, sei durchaus auch eine gezielte PR-Aktion, die beispielsweise auf dem Beitrag eines Fake-Profils basieren kann, denkbar, sagt Müller. Ihm sind aber keine Fälle bekannt, in denen das einem Unternehmen nachgewiesen werden konnte. In dem konkreten Fall geht er eher nicht davon aus, dass es sich um einen Fake handelt. Vermutlich habe man hier einfach spontan auf den Beitrag reagiert und gekontert.

realisiert durch evolver group