Real hat in seinem Online-Shop fragwürdige Wehrmachts-Artikel verkauft. - © dpa
Real hat in seinem Online-Shop fragwürdige Wehrmachts-Artikel verkauft. | © dpa

Düsseldorf Real verkauft Wehrmachts-Fanartikel und erntet heftige Kritik

Das Unternehmen hat die Produkte inzwischen aus dem Online-Shop verbannt.

Matthias Schwarzer

Düsseldorf. Einmal hin, alles drin: Die Düsseldorfer Einzelhandelskette Real steht in der Kritik, weil Kunden im Online-Shop offenbar wochenlang fragwürdige Wehrmachts-Fanartikel kaufen konnten. Nutzer im Netz zeigten sich davon empört - inzwischen hat Real die Produkte aus dem Netz genommen. Bei den Fanartikeln handelt es sich um einen Tropenhelm des Afrikakorps, einen Kalender mit Propagandafotos der Wehrmacht und ein Kochbuch "für behelfsmäßiges Kochen und Backen in den Kolonien". Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, hatte der Twitter-Nutzer @AirRic89 aus Dortmund die Produkte zuerst entdeckt. Er habe eine Doku gesehen und nach den Begriffen gegooglet. Seinen Fund im Real-Shop twitterte er am Wochenende. Bei real.de gibts Wehrmachtsmemorabilia:https://t.co/gYx0cisFxC — Buckethead (@AirRic89) 3. Dezember 2017 Im Netz regte sich umgehend großer Protest. Auch Satiriker Jan Böhmermann twitterte den Fall. Real hat inzwischen reagiert und die Produkte aus dem Shop genommen. Gerald Schönbucher, Geschäftsführer von Real.Digital twitterte: "Shit happens". Die Produkte seien ohne böse Absicht im Real-Shop gelandet. Shit happens. Haben wir erst jetzt Kenntnis von bekommen und natürlich asap rausgenommen. Sorry. No bad intentions. — Gerald Schönbucher (@GSchnbucher) 4. Dezember 2017 Real hat sich am Montag auf seiner Website entschuldigt und auch auf seiner Facebook-Seite angekündigt, dass "Artikel, die die Vorgänge in der Zeit des Nationalsozialismus verherrlichen und als Fan-Artikel angeboten werden", aus dem Angebot genommen werden. Laut Unternehmen seien die Fanartikel über den sogenannten "Marktplatz" in den Online-Shop gelangt. Hier können Drittanbieter ihre Produkte verkaufen. Trotz Sicherheitsmaßnahmen seien die fragwürdigen Artikel nicht entdeckt worden.

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