Nutzer von Pornhub sollten ihren Virenscanner anwerfen: Seit über einem Jahr ist auf der Erotikseite eine Malware unterwegs. - © dpa
Nutzer von Pornhub sollten ihren Virenscanner anwerfen: Seit über einem Jahr ist auf der Erotikseite eine Malware unterwegs. | © dpa

Erotik-Website Virus bei "Pornhub": Mehrere Millionen Nutzer betroffen

Die Malware schleicht sich über ein vermeintliches Browser-Update auf Rechnern ein.

Matthias Schwarzer

Berlin. Ein Virus bei der Erotikfilm-Seite "Pornhub" hat womöglich mehrere Millionen Rechner infiziert. Wie das Sicherheitsunternehmen Proofpoint auf seiner Website berichtet, schleicht sich die Malware "Kovter" über ein Fake-Update auf Rechnern ein. Pornhub-Nutzern wird ein vermeintliches Browser-Update angezeigt. Statt des Updates installieren die Nutzer jedoch die fiese Malware. Was will die Malware? "Kovter" versteckt sich auf den infizierten Rechnern und klickt im Hintergrund gefälsche Websites an um Anzeigeneinnahmen abzugreifen. "Malvertising" nennt sich das auch. Der Schaden für den Nutzer ist relativ gering - er merkt davon gar nichts. Perfide ist jedoch: Die Maleware ist schon seit mindestens einem Jahr unterwegs - und blieb bislang völlig unbemerkt. Sind deutsche Nutzer betroffen? Betroffen waren ursprünglich die Windows-Browser Chrome, Firefox und Microsoft Edge/Internet Explorer bei Nutzern in den USA, in Kanada, Großbritannien und Australien, schreibt Proofpoint. Die Software könnte sich inzwischen aber auch weiterverbreiten, heißt es beim IT-Unternehmen. Was sagt Pornhub dazu? Wie der britische Guardian berichtet, will sich die Erotikseite bislang nicht zum Vorfall äußern. Die IT-Experten von "Proofpoint" schreiben, dass Pornhub-Nutzer noch "Glück im Unglück" hatten. Wäre ein Virus im Umlauf gewesen, der den ganzen Rechner ausspäht, wäre der Schaden deutlich größer gewesen.

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