Sprung ins Ungewisse: Das Erkunden der fremden Welten ist das Herzstück des Spielerlebnisses. - © Bioware/EA
Sprung ins Ungewisse: Das Erkunden der fremden Welten ist das Herzstück des Spielerlebnisses. | © Bioware/EA

Games & Netzwelt Mass Effect Andromeda im Schnell-Test: Ein Fest für Entdecker

Ob Sie mit Biowares Weltraum-Saga Spaß haben, hängt davon ab, was Sie vom Spiel erwarten

Björn Vahle

Mass Effect ist drei Serienteile alt, da wagt Entwickler Bioware bereits den Neustart. "Andromeda" führt Spieler der Weltraum-Saga in eine neue Galaxie, fernab des Bekannten. Das funktioniert sowohl für Serienkenner als auch Neueinsteiger. Wenn sie ihren kindlichen Entdeckerdrang noch nicht verloren haben. Die Story hat nämlich eine spannende Prämisse. Auf der Suche nach einer neuen Heimat entsenden die Spezies der Milchstraße Archen mit Siedlern in die ferne Galaxie Andromeda. Der "Pathfinder", in dessen Rolle wir nach 600 Jahren Cryoschlaf schlüpfen, bildet die Speerspitze. Er soll aus zuvor auserkorenen "Goldenen Welten" die eine suchen, auf der die Menschheit sesshaft werden kann. Genau da scheint die neue Heimatgalaxie entschieden etwas dagegen zu haben. Und so müssen wir nicht nur eine Vielzahl fremder Planeten erkunden und bewohnbar machen, sondern uns auch feindlicher Aliens und sogar der unwirtlichen Welten selbst erwehren, politische Ränkespiele entlarven, uns sogar verlieben und einen Haufen Quests absolvieren. Das macht viel Spaß, denn eins ist klar: Wo sich die fremden Welten gegen uns wehren, muss es auch etwas zu entdecken geben. Der richtige Ansatz Dazu zählen riesige, augenöffnende Ruinen einer fremden Zivilisation, für die sich zu allem Überfluss auch unsere Widersacher interessieren. Und dazu zählen auch die vielen Probleme, die Menschen, Asari, Salarianer und Kroganer aus der Milchstraße mitgebracht haben. "Andromeda" erzählt viele spannende Geschichten, die sich sogar aus den kleinsten Fundstücken entspinnen können. Da kann ein im Sand verstecktes Datenpad während einer planetenübergreifenden Spurensuche und einem völlig unerwarteten Bosskampf über mehrere Stunden so ziemlich jede Abzweigung nehmen, die man sich vorstellen kann. Einfach nur, weil wir einmal genau hingesehen haben. Ganz klar: "Andromeda" ist was für Eskapisten, für Entdecker, für Neugierige. Und genau das macht den großen Reiz dieses Spiels aus. Biowares Ansatz, die alte Trilogie ruhen zu lassen und eine frische Geschichte zu erzählen, ist genau der richtige. Man muss sich als Spieler aber darauf einlassen - und als Serienkenner das Vergleichen sein lassen. Fazit: Mass Effect Andromeda ist nicht das Spiel, das mit der Serie vertraute Spieler erwartet haben. Und je länger es dauert, umso mehr zeigt sich: Gut so! Denn die ursprüngliche Trilogie ist abgeschlossen. "Andromeda" lebt vom Reiz, etwas ganz Neues zu sein. Als Spiel, aber auch als Geschichte. Und beides will entdeckt werden. Ob Sie damit Spaß haben, hängt also maßgeblich von Ihnen ab. "Andromeda" ist im Grunde am besten mit dem allerersten Serienteil vergleichbar. Auch damals wussten Spieler anfangs nichts über das Universum, das sie später zu Millionen fesselte. Mussten alles noch entdecken. Die gleiche Faszination kann "Andromeda" entfalten. Wenn man sie entdecken will.

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