Anpassungen am Facebook-Feed sind mit "F.B. Purity" bis ins Detail möglich. - © picture alliance / Tobias Hase/dpa
Anpassungen am Facebook-Feed sind mit "F.B. Purity" bis ins Detail möglich. | © picture alliance / Tobias Hase/dpa

Games & Netzwelt "F.B. Purity" gibt Nutzern mehr Kontrolle über Facebook-Newsfeed

Umstrittene Browser-Erweiterung bietet zahlreiche Anpassungen für die Ansicht

Björn Vahle

Kleiner Zungenbrecher zum Anfang: Fluffbusting Purity. Oder weniger zungenbrecherisch: F.B. Purity. So heißt die kleine Browser-Erweiterung, die seit einigen Jahren Facebook auf die Nerven geht. Denn wo dessen Newsfeed immer stärker das Denken für seine Nutzer übernimmt, räumt F.B. Purity wieder Möglichkeiten zur Individualisierung ein. Anstatt also die von Facebook als relevant erkorenen Posts angezeigt zu bekommen, können wir auch einstellen, die aktuellsten nacheinander zu sehen (und so zum Beispiel keine aktuellen Nachrichten von der Neuen Westfälischen zu verpassen, Eigenwerbung Ende). Facebook soll uns keine Freunde mehr vorschlagen, gesponserte Posts verstecken oder das Autoplay von Videos sein lassen? All das und vieles mehr ist mit dem Plugin individuell einstellbar. Wir können sogar die linke und rechte Spalte neben dem Newsfeed editieren. Können mit einem Haken an der richtigen Stelle sehen oder ignorieren, was Freunde teilen und liken. Oder gleich sämtliche Benachrichtigungen unterbinden. All das funktioniert allerdings nur in der Desktop-Variante von Facebook. Kratzen an Facebooks Markenkern Das Programm stammt vom britischen Entwickler Steve Fernandez, der seit 2009 mit ständigen Updates dem Facebook-Algorithmus "hinterherentwickelt". Fernandez hat deshalb bereits mehrfach Probleme mit Facebook gehabt. Nicht zuletzt deshalb trennen Punkte nun die Abkürzung im Namen der Erweiterung. Und daher stammt auch der offizielle Name des Plugins: "Fluffbusting Purity". Fernandez rüttelt damit am Markenkern von Facebook. Der Algorithmus, der mittels unzähliger Faktoren ermittelt, was die Nutzer des Netzwerks gerade interessiert, ist Facebooks wichtigstes Argument - vor allem im Austausch mit Werbekunden, die die wichtigste Geldquelle für Mark Zuckerbergs Unternehmen darstellen. Rechtlich bewegt sich das Plugin wohl in einer Grauzone. Denn laut Entwickler verändert es nicht den Quellcode von Facebook, sondern nur das, was der Browser dem Nutzer anzeigt. Dennoch ist es Facebook so sehr ein Dorn im Auge, dass laut "Süddeutscher Zeitung" alle Links zur Homepage von F.B. Purity bei Facebook seit 2012 nicht mehr geteilt werden können. Das Plugin ist für Firefox, Chrome, Edge, Safari, Opera und Maxthon kostenlos erhältlich. Gute Englischkenntnisse sind allerdings Voraussetzung, die meisten Optionen werden Nutzer aber erkennen.

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