Kinder von Landwirten sind in der Schule immer häufiger Hänseleien ausgesetzt. - © picture alliance / empics
Kinder von Landwirten sind in der Schule immer häufiger Hänseleien ausgesetzt. | © picture alliance / empics

Osnabrück Bauernkinder werden in der Schule öfter gemobbt

Witze, Hänseleien, blöde Sprüche: Kinder von Landwirten sind in der Schule immer öfter Hänseleien ausgesetzt. Grund dafür ist offenbar das schlechte Image des Berufes.

Matthias Schwarzer

Osnabrück. Kinder von Landwirten werden in der Schule immer häufiger Opfer von Mobbing. Das berichtet die Neue Osnabrücker Zeitung und beruft sich auf den Präsidenten des Bauernverbandes Joachim Rukwied. Der sei angesichts der zunehmenden Fälle in Sorge. Rukwied führt die Entwicklung auf die "unsachliche Debatte über Landwirtschaft in der Gesellschaft" zurück, bei der Landwirte häufig diskreditiert würden. "Das müssen sich Umwelt- und Tierschutzverbände ankreiden lassen. Da wundert es eigentlich nicht, dass es zu solchen Extremen wie dem Mobbing von Bauernkindern kommt", sagt der Bauernverbandspräsident der Zeitung. Wichtig sei, dass in Schulen ein aktuelles Bild von der Landwirtschaft vermittelt werde. "Schüler müssen lernen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden, wie ein moderner Bauernhof aussieht. Aber wenn ich in manches Schulbuch schaue, muss ich sagen, dass hier sehr dringender Aktualisierungsbedarf besteht." Dass gerade Kinder von Landwirten in der Schule Hänseleien ausgesetzt sind, hatten zuvor auch schon andere Verbände beklagt. Johannes Schmidt, Präsident des niedersächsischen Kinderschutzbundes, hatte im vergangenen Jahr gegenüber der Nordwest-Zeitung von einer "Katastrophe" gesprochen. "Viele Eltern wenden sich über Sorgentelefone verzweifelt an den Kinderschutzbund. Diese Angriffe auf Kinder sind einfach nur beschämend", so Schmidt.

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