Erleichtert und glücklich: Flugkapitän Kurt Mayer mit dem kleinen Nikolai, der frischgebackenen Mutter und seinen Kollegen nach der Geburt. - © Lufthansa
Erleichtert und glücklich: Flugkapitän Kurt Mayer mit dem kleinen Nikolai, der frischgebackenen Mutter und seinen Kollegen nach der Geburt. | © Lufthansa

Frankfurt Geburt über den Wolken: Frau entbindet auf Lufthansaflug von Bogota nach Frankfurt

Baby trägt jetzt den Namen seines Geburtshelfers

Anneke Quasdorf

Frankfurt. Länge, Gewicht, Uhrzeit, das sind normalerweise die wichtigen Zahlen und Daten, wenn ein Baby geboren wird. Im Fall des kleinen Nikolai kommen noch ein paar Angaben dazu: die Flughöhe zum Beispiel. Denn er wurde auf einem Lufthansa-Flug hoch über den Wolken geboren. Die 38-jährige Desislava S. aus Bulgarien brachte ihren kleinen Sohn auf dem Lufthansa-Flug LH543 von Bogota nach Frankfurt zur Welt, nachdem plötzlich vorzeitig die Wehen eingesetzt hatten. Die Crew reagierte geistesgegenwärtig, platzierte einige Fluggäste in die vorderen Reihen und funktionierte den hinteren Teil des Flugzeugs in einen provisorischen Kreißsaal um - inklusive Sichtschutz. Für Erleichterung dürfte bei ihnen die Tatsache gesorgt haben, dass sich auch drei Ärzte als Passagiere an Bord befanden, die bei der Geburt assistierten. Einem von ihnen verdankt der kleine Nikolai jetzt sogar seinen Vornamen. Nachdem das Baby auf der Welt war, informierte Kabinenchefin Karolin van Osch die anderen Passagiere per Bordansage über die sichere Ankunft des neuen Erdenbürgers - und erntete spontanen Applaus für die Nachricht. Um Mutter und Kind trotz der unkomplizierten Geburt schnellstmöglich ins Krankenhaus zu bringen, landete die Maschine dann in Manchester zwischen und startete dann wieder durch Richtung Frankfurt. Auch Flugkapitän Kurt Mayer war danach erleichtert. „So etwas habe ich in meinen 37 Berufsjahren noch nicht erlebt. Die gesamte Crew hat Außergewöhnliches geleistet. Das war eine tolle Teamarbeit, bei dem jeder seinen Beitrag geleistet hat", sagte er. „Nach der Landung bin ich sofort zu der Mutter und ihrem Baby, um es begrüßen zu dürfen. Neben der Geburt meines Sohnes war das der ergreifendste Moment in meinem Leben."

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