Das Interesse an Wohnmobilen ist in den letzten fünf Jahren enorm gestiegen. - © picture alliance / Jörg Carstensen/dpa
Das Interesse an Wohnmobilen ist in den letzten fünf Jahren enorm gestiegen. | © picture alliance / Jörg Carstensen/dpa

Outdoor Campingurlaub boomt - auch in OWL

Zahl der Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen seit 2013 um fast 50 Prozent gestiegen

Björn Vahle

Bielefeld. Deutsche, die in diesem Sommer in den Urlaub fahren, tun das immer häufiger mit Wohnwagen oder -mobil. Eine Erhebung des Caravaning Industrie-Verbands hat ergeben, dass die Zahl der Neuzulassungen von Freizeitmobilen seit 2013 um fast 50 Prozent gestiegen ist. Wurden von Mitte 2012 bis Mitte 2013 noch etwa 41.500 Fahrzeuge dieser Klassen neu zugelassen, waren es bis Mitte 2017 fast 60.000. Eine vor Kurzem veröffentlichte Statistik belegt den Anstieg: Dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag zufolge, der die Campingwirtschaft repräsentiert, habe jeder fünfte Campingplatzbetreiber angegeben, mehr Personal einstellen zu können. Besonders angestiegen sei die Zahl der Wohnmobile, zu denen auch auch Kleinbusse mit Campingausstattung gehören. Auch an Ostwestfalen-Lippe ist der Trend nicht vorbeigegangen. Den neuesten Zahlen zufolge verzeichnete die zuständige OWL GmBH 2015 insgesamt 80.000 Ankünfte und etwa 250.000 Übernachtungen auf den Stellplätzen der Region. Insgesamt kamen in dem Jahr 6,7 touristische Übernachtungen zusammen. Was wie ein vergleichsweise kleiner Anteil aussieht, ist laut Markus Backes, Leiter des Teutoburger Wald Tourismus, nicht zu vernachlässigen. "Wer sich ein teures Wohnmobil leisten kann, der zählt zu einer sehr attraktiven Zielgruppe." Denn: Camper geben mehr Geld für den Urlaub aus, der neuesten Erhebung zufolge 45,80 Euro pro Kopf und Tag. Camping bleibt Zukunftstrend Und OWL weiß die zahlungskräftigen Gäste zu beherbergen. 2016 hatten 38 Campingplätze mit mehr als 10 Stellplätzen geöffnet, zahlreiche weitere mit weniger Plätzen werden gar nicht gesondert erfasst. 1.500 Stellplätze kommen so im Regierungsbezirk Detmold zusammen. Aber was macht das Campen im Reisemobil so interessant? Laut Markus Backes ist es die Möglichkeit, im Urlaub die Annehmlichkeiten eines Hotelzimmers mit der Freiheit und den Naturerfahrungen des Campens zu verbinden. Deshalb rüsten Campingplatzbetreiber weiter auf, bieten Holzhäuser, gut ausgestattete Wohntonnen und andere feste Campingwohnungen an. "Glamping" nennt sich das, glamouröses Camping. Ein Markt, der laut Markus Backes weiter wachsen wird. "Das sagen alle Zukunftsforscher." Deshalb gibt es mittlerweile auch eine offizielle Sterneklassifizierung, wie bei Hotels. Und hier und da auch neue Campingplätze, zum Beispiel auf dem Johannesberg in Bielefeld. Dem wachsenden Interesse wollen auch Backes und seine Kollegen Rechnung tragen. Ein neuer Campingführer des Teutoburger Wald Tourismus ist bereits in der Mache. Welcher Reisetyp sind Sie? Testen Sie es mit unserem Quiz:

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