Schlechte Idee: Sich als Terrorist zu verkleiden, ist nicht nur geschmacklos, es sorgt auch für unnötige Angst. Verboten ist es allerdings nicht. - © dpa
Schlechte Idee: Sich als Terrorist zu verkleiden, ist nicht nur geschmacklos, es sorgt auch für unnötige Angst. Verboten ist es allerdings nicht. | © dpa

Karnevals-Kostüme: Womit sich Jecken und Narren strafbar machen können

Bei Gewehr- und Machetenattrappen verstehen Sicherheitskräfte derzeit keinen Spaß

Anneke Quasdorf

Köln (dpa). Cop, Soldat, Pirat, Cowboy - es gibt viele Kostüme, zu denen eine Waffe gehört. Aus Plastik, klar. Aber in Zeiten von Terroranschlägen und Amokläufen verstehen die Sicherheitskräfte in Deutschland überhaupt keinen Spaß mehr - auch an Karneval nicht.  Wer in diesen Tagen an einem eher martialischen Karnevalskostüm feilt, sollte also nicht zu viel Perfektionismus an den Tag legen. Hier ein Überblick, was erlaubt ist - und womit man sich strafbar machen kann. Darf ich mich in diesem Jahr verkleiden, wie ich will? Trotz der Angst vor Terroranschlägen gibt es keine besonderen Vorgaben. So rät das Festkomitee Kölner Karneval den Jecken nicht ausdrücklich von bestimmten Verkleidungen ab. „Wir verbieten keinem Jecken sein Kostüm", heißt es auch von Seiten der Kölner Polizei. „Allerdings appellieren wir an den gesunden Menschenverstand der Karnevalisten", sagt ein Polizeisprecher. So sei es vollkommen in Ordnung, sich als Soldat zu verkleiden, „die originalgetreue Attrappe eines Maschinengewehrs sollte man aber lieber zu Hause lassen". Es gebe Spielzeugwaffen, die selbst Polizisten auf kurze Distanz nicht von echten Pistolen oder Gewehren unterscheiden könnten. „In solchen Situationen müssen die Jecken sich dann damit abfinden, dass sie auch mal 30 Minuten kontrolliert werden und eine solche Attrappe sichergestellt werden kann", sagt der Behördensprecher. In Extremsituationen könne es sogar dazu kommen, dass die Beamten selbst ihre Waffe ziehen müssten. Worauf muss ich achten, wenn ich trotzdem eine Spielzeugwaffe mit zum Feiern nehmen will? Spielzeugwaffen müssen auch als solche gekennzeichnet werden. „Wir verkaufen ausschließlich CE-zertifizierte Spielzeugwaffen, die eine bunte Kappe auf der Mündung haben", sagt Björn Lindert, Geschäftsführer des Karnevals- und Kostümverkaufs Deiters. So sei sofort erkennbar, dass es sich nicht um eine echte Waffe handle. „Karneval ist ein lustiges, buntes Ereignis, da haben martialische und geschmacklose Verkleidungen wie ein Terrorist mit einem Bombengürtel oder ein Flüchtlingskostüm nichts zu suchen", so Lindert. „So etwas haben wir deshalb überhaupt nicht im Sortiment." Ohnehin habe die Nachfrage nach den in den vergangenen Jahren beliebten Polizisten- oder Spezialkräfte-Kostümen abgenommen. „Diesen Karneval werden viele Jecken als Pantomimen oder Märchenfiguren verkleidet unterwegs sein", sagt Lindert. „Außerdem haben wir extrem viele Donald-Trump-Perücken verkauft." Kann ich für bestimmte Kostüme strafrechtlich belangt werden? Unter bestimmten Umständen kann das passieren. „Wenn ich in einer echten Polizei- oder Feuerwehruniform Karneval feiere, könnte das als Missbrauch von Titeln, Berufsbezeichnungen und Abzeichen nach Paragraf 132a des Strafgesetzbuches interpretiert werden", sagt der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Das kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet werden. „Wenn man an der Uniform allerdings etwas anbringt, das deutlich zeigt, dass man kein echter Amtsträger ist, besteht diese Gefahr nicht", sagt Bremer.

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