Wincor Nixdorf baut Stellen ab

Prognose für Umsatz und Gewinn gesenkt

Martin Krause

Paderborn. Die Gewinnwarnung, die die Paderborner Wincor Nixdorf AG am vergangenen Freitag weit nach Börsenschluss – gegen 21 Uhr – unter die Leute gebracht hat, ist bei den Anlegern schlecht angekommen. Der Aktienkurs ging gestern zeitweilig um mehr als 15 Prozent in die Knie. Obwohl die Aktie sich anschließend wieder leicht erholte, blieb der Kurs noch deutlich unter dem Niveau, das in der vergangenen Woche herrschte, bevor Übernahmespekulationen für einen Kurssprung sorgten. Das kurze Zwischenhoch war eine Folge der Meldung, dass Wincor Nixdorf sich Unterstützung von Investmentbanken bei der Finanzierung gesichert habe – möglich sei demnach etwa der Einstieg eines Finanzinvestors oder aber ein eigener Zukauf. Der Vorstand unter der Führung von Eckard Heidloff hat nun eingeräumt, dass die Ziele für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2014/15 nicht erreicht werden könnten. Geplant waren ein zweiprozentiger Umsatzzuwachs und ein überproportionales Plus beim Gewinn. Stattdessen stehen nach dem ersten Halbjahr ein fast zweiprozentiges Umsatzminus auf 1,21 (Vorjahr 1,23) Milliarden Euro und ein 31-prozentiger Einbruch beim operativen Gewinn (Ebita) auf 47 (68) Millionen zu Buche. Mehrere Analysten äußerten sich schwer enttäuscht, die Commerzbank stufte den Titel auf „verkaufen“ zurück.Unternehmen will Arbeitszeiten reduzieren Zusammen mit der Ergebniswarnung verkündete Wincor Nixdorf ein Restrukturierungsprogramm, um der Schwäche im Hardwaregeschäft zu begegnen. Demnach soll das Geschäft mit Software und IT-Services forciert werden, im Hardwaregeschäft aber, wo im ersten Halbjahr ein 12-prozentiger Rückgang auf 504 (575) Millionen Euro Umsatz erlitten wurde, sollen die Kapazitäten angepasst werden. Dazu werde – neben der Reduzierung der Arbeitszeit von 40 auf 35 Stunden – auch ein Stellenabbau gehören, bestätigte ein Konzernsprecher. Zu Details hüllte er sich aber in Schweigen. Zunächst müsse eine Aufsichtsratssitzung am 22. April abgewartet werden. Auch die IG Metall, für die der 1. Bevollmächtigte Carmelo Zanghi im Wincor-Aufsichtsrat vertreten ist, wollte sich nicht äußern. Dabei könnte der Stammsitz von den Maßnahmen besonders betroffen sein: Dort arbeiten mehr als 2.000 der 9.200 Konzernmitarbeiter.

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